Tuesday, March 31, 2020

Zuhause für notleidende Pferde, Ponys, Esel

Zuhause für notleidende Pferde, Ponys, Esel:

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Wiltrud Heine, Leiterin des Reitbetriebs, mit Minishetty Gidion (links) und Pony Lukas. Foto: Thomas Schmidt Foto: Thomas Schmidt

Wiltrud Heine, Leiterin des Reitbetriebs, mit Minishetty Gidion (links) und Pony Lukas. Foto: Thomas Schmidt
( Foto: Thomas Schmidt)

INGELHEIM – Es gibt Menschen, wenn es auch eine kleine Minderheit ist, die leben für eine Idee und haben sich einer Vision verschrieben. So ein Mensch ist Wiltrud Heine. Sie widmet ihr Leben ganz der Aufgabe, auf der „Eulenmühle“ in Großwinternheim in Not geratene Pferde und Esel zu pflegen. Zu diesem Zweck gründete sie 2006 mit einigen Mitstreitern „Pro Equis“.

Über 40 notleidenden Tieren konnte der Pferdeschutzverein in diesen vergangenen zehn Jahren helfen und ihnen ein besseres Leben bieten. Die Tiere hatten die unterschiedlichsten Vorgeschichten. Manche wurden vom Amtstierarzt beschlagnahmt, andere wiederum von „Pro Equis“ aufgenommen, weil die Besitzer sie aus finanziellen oder gesundheitlichen Problemen nicht mehr halten konnten.

Notfalltiere werden mit Spezialfutter aufgepäppelt

„Es gibt immer mehr Leute, die alleinstehend sind und ein Pferd haben. Werden sie krank, wissen sie oft nicht, wohin mit dem Pferd, und fragen bei uns in der Eulenmühle nach“, weiß Wiltrud Heine aus ihrer jahrelangen Erfahrung. Nicht selten waren die Tiere in einem schlechten Zustand; in der „Eulenmühle“ wurden sie wieder aufgepäppelt, auch dank des extra für „Pro Equis“ gemischten Futters, das die Firma „Hippolyt“ seit Jahren kostenlos liefert.


PATENSCHAFTEN UND MITGLIEDSCHAFT

„Pro Equis“ bietet Patenschaften für die Tiere in der „Eulenmühle“ an. Sie kosten fünf Euro im Monat. Dafür bekommt der Pate eine Einladung zum jährlichen Patenfest am 1. Mai. Ein schönes Erlebnis, denn die Pferde dürfen an diesem Tag zum ersten Mal wieder auf die Koppel. Die Mitgliedschaft im Verein kostet ebenfalls 60 Euro im Jahr. Derzeit hat „Pro Equis“ 83 Mitglieder.

Die Kosten für die Unterhaltung der Tiere sind nicht gerade gering: 450 Euro muss der Verein im Monat für Unterbringung, Verpflegung, Tierarzt und Hufschmied aufbringen. Bei den 22 Pferden, Ponys und Eseln, die derzeit in der „Eulenmühle“ ihr Zuhause haben, macht das die stolze Summe von rund 10 000 Euro monatlich. Die Einnahmen von „Pro Equis“ speisen sich aus verschiedenen Quellen: Da sind zum einen die Beiträge der Mitglieder und die vielen Patenschaften, da sind aber auch die ganzen Veranstaltungen, die der Verein durchführt und durchführen muss, um sich über Wasser zu halten. Sie richten sich an Pferdehalter und Interessenten und haben vor allem die richtige Tierhaltung zum Thema.

Da liegt nämlich aus Wiltrud Heines Sicht in Deutschland einiges im argen. Anders als beispielsweise in der Schweiz ist Einzelhaltung von Pferden nicht verboten. Auch der Einsatz von Schlaufzügeln, eine umstrittene Ausbildungsmethode, wie sie zum Beispiel bei dem bekannten Dressurpferd Totilas angewendet wurde, ist hierzulande erlaubt. Private Pferdehalter müssen in Deutschland keinen Sachkundenachweis erbringen; auch das hält Heine für falsch. Zwar gibt es Richtlinien des Landes Rheinland-Pfalz zur artgerechten Pferdehaltung; aber es sind eben nur Richtlinien, an die man sich nicht halten muss. In den vergangenen zehn Jahren haben über 25 000 Menschen an den verschiedensten Veranstaltungen von „Pro Equis“ in der „Eulenmühle“ teilgenommen. Dazu zählten zum Beispiel Fachvorträge und Workshops, Reitsport-Flohmärkte, Benefizkonzerte, über 20 Pferdeshows und das beliebte offene Adventstürchen, das seit zehn Jahren durchgeführt wird und zu dem jetzt am ersten Adventssonntag wieder geschätzte 800 Besucher kamen. Dazu zählte als ein Highlight auch die Uraufführung des Musicals „Happy Horses“ in diesem Jahr. Es soll im Juni 2017 eine Neuauflage in der „Eulenmühle“ erfahren.

„Pro Equis“ hat ein besonderes Herz für Kinder. Rund 850 Kinderreitspielstunden für Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren wurden durchgeführt. Außerdem bietet der Verein seit einem Jahr für die Kinder des Hauses St. Martin in Ingelheim Reitstunden an.

Für ihre Arbeit sind Wiltrud Heine und die vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen von „Pro Equis“ in den vergangenen zehn Jahren mit renommierten Preisen geehrt worden. 2011 erhielt der Verein den Tierschutzpreis des Landes Rheinland-Pfalz, und 2013 zeichnete ihn die Fachzeitschrift „Cavallo“ mit dem „Fairness Award“ aus.

Drainage kostet 50 000 Euro

Diese Auszeichnungen sind ein schönes Aushängeschild für den Verein, aber sie bringen nicht das dringend benötigte Geld für die weitere Verbesserung der Infrastruktur der „Eulenmühle“. So braucht der unbefestigte Auslauf für die Pferde, Ponys und Esel eine Drainage. Rund 50 000 Euro soll sie kosten. „Es geht um richtig viel Geld“, sagt Wiltrud Heine. Und fügt lächelnd hinzu: „Wenn jeder Ingelheimer zwei Euro spenden würde, hätten wir den Betrag zusammen.“ Aber das bleibt wohl leider nur ein frommer Wunsch.

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