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Bruno Banani schmust gerade mit seiner Mutter. Der kleine Kerl ist erst vier Monate alt und braucht noch den engen Kontakt zu ihr. Genauso wie Kathy Perry, Goldfee und Chanel. Die vier Fohlen waren bei ihrer Geburt gerademal zwischen 46 und 53 Zentimeter groß. Viel werden sie auch nicht mehr wachsen. Das Stockmaß bei Mini-Shetlandponys soll unter 87 Zentimeter liegen. So will es der Rassestandard, erzählt Marika Lehnigk. Sie und ihr Mann züchten hobbymäßig besondere Pferde, eben diese Mini-Shetlandponys, die als kleinste Rasse der Welt gelten. In Fachkreisen ist ihr Pferdehof unter der Bezeichnung „Vom Lagenhof“ ein Begriff.
Die Herbstsonne meint es an diesem Tag gut mit Mensch und Tier. Die 14 Pferde genießen die Wärme, sind mit Fressen und Dösen beschäftigt oder nehmen mal übermütig ein Sandbad. Friedlich und idyllisch von zwei Seiten von hohen Bäumen umgeben, liegt das 7000 Quadratmeter große Grundstück der Lehnigks abgelegen Am Walde 4. „Geradezu ideale Bedingungen, ein Paradies für unsere Minis“, meint Marika Lehnigk. Sauber und gepflegt präsentieren sich der große Offenstall und die Koppeln.
Marika Lehnigk sei mit Tieren groß geworden, auch mit Pferden, erzählt sie. Ihr Mann sei ebenfalls ein großer Tierfreund, habe aber mit den jetzt von ihnen gezüchteten Vierbeinern lange nichts zu tun gehabt. „Das hat sich geändert, als er 2005 eine Pferdemesse besuchte und sich dort in die Ponys regelrecht verliebt hat. Da wurden wir vom Virus der Minis befallen“, erzählt die Weißkeißelerin lachend.
Sie zählt auf, was diese Tiere auszeichnet und so liebenswert macht: „Es handelt sich um eine alte englische Rasse, die früher in den Kohlegruben hart arbeiten musste. Von daher sind die Mini-Shetlands stark, sehr gesund und widerstandsfähig, auch gegen Witterungseinflüsse. Sie können das ganze Jahr über draußen gehalten werden, bekommen im Winter ein dickes Fell. Vom Wesen her sind es anhängliche, kinderliebe Pferde, weder bissig noch sonst wie aggressiv, die schnell lernen.“ Trotz ihrer geringen Größe, so Frau Lehnigk weiter, können sie problemlos für verschiedene Tätigkeiten eingesetzt werden, beispielsweise zum Kinderreiten oder zum Ziehen einer kleinen Kutsche. Auch als Therapiepferde seien sie geeignet.
Lehnigks sind mittlerweile anerkannte Züchter geworden – nach wie vor aber nur hobbymäßig. Sie gehören dem Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen und dem Pferdezuchtverein Oberlausitz an, sind auf Schauen vertreten. Interessenten aus verschiedenen Teilen Deutschlands, etwa aus Bayern, haben bei ihnen Exemplare der kleinsten Pferderasse der Welt gekauft. Stolz ist das Ehepaar darauf, dass zwei Vierbeiner für ihre züchterischen Qualitäten mit einer Staatsprämie bedacht worden sind.
Dabei war der Anfang schwieriger als gedacht. „Wir haben mit zwei Tieren angefangen, die wir von einem Großhändler erwarben, was sich später als Fehler herausstellte. Ihm ist es offenbar nur um Masse und damit das schnelle Geld gegangen. Wer sich Minis anschaffen möchte, sollte sich vorher genau mit dem Thema beschäftigen und einen seriösen Züchter aufsuchen“, blickt Marika Lehnigk zurück.
Sie und ihr Mann würden auch genau schauen, in wessen Hände Tiere aus ihrem Bestand kommen. Es gebe eine Menge falscher Vorstellungen bei Kaufinteressenten. „Manche glauben, sie könnten solch ein Shetlandpony so billig wie möglich erwerben und es lediglich als Rasenmäher einsetzen. Für andere ist es ein reines Spielzeug, ein Zeitvertreib“, beklagt die Züchterin. Aber es seien immer noch Pferde, auch wenn sie klein sind. Sie seien intelligent und arbeitswillig. Wegen ihres ausgeprägten Herdentriebes wären sie nicht für die Einzelhaltung geeignet. „Deshalb geben wir immer mindestens zwei Tiere weg“, fügt sie hinzu.
Hanna, die sechsjährige Tochter des Ehepaares, schmust mit Bruno Banani. „Die Kleine ist ganz verrückt nach den Ponys. Kann mit ihnen machen, was sie will. Schön wäre es, wenn sie später mal unsere Zucht weiterführt“, meint die Mutter. Aber besucht den Weißkeißeler Kindergarten. Gebracht wird sie mal von Mutti, mal von Vati. „Wir sind ja beide berufstätig, betreiben die Zucht nur hobbymäßig. Deshalb müssen wir den Tagesablauf gut organisieren, müssen uns abstimmen, wer die Pferde versorgt beziehungsweise Hanna wegbringt oder holt“, erklärt Marika Lehnigk. Sie arbeitet im Pflegedienst im Unternehmen Kunze in Weißwasser, ihr Mann im Sanitär- und Heizungsbetrieb Melchior in Weißwasser.
Bruno Banani kommt neugierig zum Zaun. „Ein kräftiger korrekter kleiner Mann, der eine exzellente Bewegung mit toller Ausstrahlung besitzt“, beschreibt Marika Lehnigk das Hengstfohlen. Vielleicht der nächste Anwärter auf eine Staatsprämie.
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