Welver – Noch ist nicht klar, wann das Freilichtmuseum Gut Lohhof wieder seine Pforten öffnen darf. Besitzer Peter Koziol war zuletzt damit beschäftigt, seine Schuster-Werkstatt vorzubereiten und dann zu präsentieren. Doch dann machte das Coronavirus ihm einen Strich durch die Rechnung.
Koziol hat inzwischen die Exponate, die er aus dem ostwestfälischen Steinhagen aus dem Nachlass der Familie Schlichte bekommen hat, im Kornspeicher aufgebaut. Zurzeit arbeitet er weiter daran, eine historische Schuster- und Schneiderwerkstatt aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen zu können – geplant ist das für Pfingsten, also Ende Mai.
Die Vorbereitungen für die vielen Exponate hat Koziol in den vergangenen Wochen schon getroffen – mittlerweile ist alles da und aufgebaut. Die Sammlungen sollen samt und sonders im Kornspeicher gezeigt werden. Dazu komme auch noch eine Böttcher-Werkstatt, die er ganz aus der Nähe bekommt, nämlich aus Lippetal-Hovestadt.
Historische Sporen trieben die Pferde einst an.
© Dahm
Alleine die Exponate der Sammlung Schlichte sind in rund 250 Kisten gelagert, berichtet Koziol. Darunter befindet sich eine Sammlung an Bettpfannen aus Kupfer und Messing, aber auch zahlreiche Küchengegenstände, Backformen und alles, was man zum Kochen und Backen braucht. Sogar die Ungezieferbekämpfung der Vorfahren kann man sich in Welver auf dem Loh-Hof ansehen: Die Schlichte-Sammlung zeigt historische Mausefallen, in denen sogar viele Nager gleichzeitig gefangen werden können.
Mäuse konnten im 18. Jahrhundert sozusagen gleich reihenweise gefangen werden.
© Dahm
Einige Exponate wären mit den heutigen Tierschutzgesetzen sicherlich nicht unbedingt vereinbar wie zum Beispiel die Falle, in der die Tiere sogar in einen Wasserbehälter gelockt werden. Alles, was man braucht, um ein Pferd auszustatten, findet sich ebenfalls unter den Exponaten. Ob es Sporen sind oder auch ein goldglänzender Schutz für das Maul, damit die Pferde nicht unkontrolliert fressen –die Einblicke in die historische Pferdehaltung führen in längst vergangene Zeiten.
Rosengarten öffnet am Wochenende
Peter Koziol sucht außerdem einen Praktikanten für ein ganzes Jahr. Wer ein Studium im Bereich der Restauration, Design oder Architektur anstrebe, der benötige diese Praktika. Die Aufgabe bestehe, so Peter Koziol, darin, eine Dokumentation des Museums anzufertigen. Sämtliche Exponate sollten darin aufgeführt werden. Grundsätzlich sei jede Art von Hilfe auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen Gelände willkommen, auch wenn es nur für ein paar Monate ist.
Ab dem kommenden Wochenende möchte Peter Koziol zumindest die Außenanlage wieder für Besucher öffnen: „Die Leute stehen oft davor und gucken rein“, sagt er. Rosengarten und Co. seien derzeit fertig und wunderschön zum Spazieren und Bestaunen.
„Völliger Unsinn“
Dass die Ausstellungsräume des Lohhofs derzeit zu sein müssen, sorgt bei Peter Koziol für Unverständnis: „Das ist völliger Unsinn.“ Es gebe kaum Begegnungsverkehr, weil immer nur etwa drei bis fünf Personen gleichzeitig im Museum sind. Koziol wartet jetzt gespannt darauf, wann mögliche Lockerungen ihm erlauben könnten, wieder zu öffnen.
Seit Beginn der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland vor einigen Wochen mussten die Türen des Museums zwischen Nateln und Recklingsen geschlossen bleiben. Mit rund 400 Gästen feierte der Lohhof im Oktober vergangenen Jahres ein großes Jubiläum – das 800-jährige Bestehen.
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