Friday, March 13, 2020

„Viele Pferde nicht artgerecht gehalten“

„Viele Pferde nicht artgerecht gehalten“:

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Katrin Mierl ist ein richtiges Pferdemädchen. Das merkt man relativ schnell, wenn man ihren Umgang mit den Pferden sieht. „Ich werde hier manchmal Wendy genannt“, sagt sie mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht. Bereits als kleines Mädchen wollte die heutige Besitzerin des Reiterhofs zur Papiermühle in Hermsdorf ein eigenes Pferd halten. „Meine Eltern haben mir das zum Glück verboten, denn ich wusste absolut nichts über die Haltung dieser wunderbaren Tiere“, sagt sie rückblickend. „Ich wollte mein Pferd auf einer Wiese hinter unserem Haus halten, weil ich dachte, dass es da alles hat.“ Heute weiß die junge Frau, dass man ein Pferd allein nicht halten kann und die einfache Wiese nicht immer das beste für das Tier ist.

Mit ihrem Reiterhof versucht Katrin Mierl nun, auch andere Pferdehalter für eine artgerechte Haltung zu sensibilisieren. „Viele Pferde in der Umgebung werden nicht artgerecht gehalten und Pferdebesitzer suchen Möglichkeiten, um ihrem Pferd ein besseres Zuhause bieten zu können“, sagt sie. In Deutschland werden Pferde oft in Boxen gehalten. Das Tier steht dabei die meiste Zeit in einem nicht gerade geräumigen Stall. „Das Pferd fühlt sich dabei wie im Knast“, sagt Katrin Mierl. 

An die frische Luft gebracht, wird es meistens nur, wenn der Besitzer oder die Besitzerin es ausführt. Katrin Mierl findet diese Haltungsform falsch. „Pferde sind Herden-, Flucht- und Bewegungstiere. Das heißt, dass sie mindestens zu zweit gehalten werden müssen, dass sie genügend Auslauf benötigen und dass sie bei Gefahren die Möglichkeit zur Flucht haben“, sagt sie. All das müsste bei einer artgerechten Haltung beachtet werden. 

Deswegen bevorzugt sie auf ihrem Hof ein Offenstallkonzept. Dabei stehen mehrere Pferde zusammen in einem großen Auslauf mit überdachten Liegeplätzen. Die Ställe sind so konzipiert, dass jedes Pferd die Möglichkeit hat, auf einem Heubett zu liegen und sich bei Regen unterzustellen. Diese Form der Pferdehaltung gehört mit zu den artgerechtesten. Für ältere Tiere wie Pony Charly eignet sich diese Form aber nicht immer. 

Deswegen gibt es auf dem Reiterhof in Hermsdorf auch Offenboxen. Im Gegensatz zu den normalen Boxen sind diese weitaus geräumiger und haben einen Auslauf nach draußen. Gerade für ältere Pferde, die über Nacht ihre Ruhe brauchen, ist diese Form gut geeignet. In diesen großen Boxen ist ein Strohbett mit Heusack und einem kleinen Auslauf vor der Box. Direkte Kontaktaufnahme in die Nachbarbox ist auch immer möglich. Dadurch fühlt sich das Tier nie allein.

Reiterhof soll vergrößert werden

„Wenn Pferde nicht artgerecht gehalten werden, dann neigen sie dazu, krank zu werden“, sagt Katrin Mierl. Schon oft haben sie Tiere vor der Schlachtung bewahrt. In den meisten Fällen wurden diese nicht artgerecht gehalten. Das Shetlandpony Charly zum Beispiel hatte Hufrehe. Bei dieser Krankheit entzündet sich die Huflederhaut, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. „Bei Charly ist sie vermutlich durch falsche Ernährung eingetreten“, sagt Katrin Mierl. Das Pony habe zu viel auf der Koppel gestanden und dabei fast ausschließlich Gras gefuttert. 

Die Behandlung der Krankheit ist sehr teuer, weshalb viele Besitzer die betroffenen Tiere einschläfern lassen. „Es findet aber gerade ein Umdenken statt. Pferdebesitzer fragen sich, was für das Tier gut ist“, sagt Mierl. Immer mehr Menschen würden gern ihr Pferd bei ihr unterstellen. Doch die Kapazitäten sind begrenzt. Mit 35 Pferden ist der Hof bis auf den letzten Zentimeter ausgelastet.

Damit aber auch weitere Pferde ein artgerechtes Leben dort führen können, möchte Katrin Mierl den Reiterhof gern vergrößern und ein weiteres Grundstück kaufen. Bisher stehen ihr 1,5 Hektar und etliche Wiesen in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla zur Verfügung. Das neue Pferdeparadies soll 11 Hektar umfassen. Dabei soll eine Reitanlage mit artgerechter Pensionspferdehaltung entstehen. Die junge Frauhat dafür ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Ziel ist es, 80.000 Euro als Eigenkapital zu sammeln, damit bei der Bank ein Kredit beantragt werden kann. Das Projekt hat sie ganz bewusst „Garten Eden für Pferde“ genannt. Das Pferdemädchen möchte eben ein Paradies für Pferde schaffen.

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