(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
Vom mehrtägigen Landesfest mit Zehntausenden Besuchern bis hin zum einzelnen Konzert: Viele Großveranstaltungen fallen wegen des Coronavirus aus. Teils geht es darum, die Verbreitung einzudämmen, teils gibt es organisatorische Probleme.
Andernach/Mainz (dpa/lrs) – Etliche Großveranstaltungen in Rheinland-Pfalz sind wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abgesagt. Darunter ist das diesjährige Landesfest, der Rheinland-Pfalz-Tag. Die mehrtägige Veranstaltung hätte eigentlich Ende Juni in Andernach (Kreis Mayen-Koblenz) stattfinden sollen. Die Entscheidung das Fest zu kippen, gab die Staatskanzlei in Mainz am Mittwoch bekannt.
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 könne „ein Fest dieser Größenordnung nicht entsprechend vorbereitet werden“. Es seien in den kommenden Wochen sämtliche Kräfte in der Stadt und im Kreis gebunden. Unter anderem die Erstellung und die Umsetzung eines Sicherheitskonzepts für eine derart große Veranstaltung verlange von den Beteiligten einen außerordentlich großen Einsatz.
„Diese Kräfte müssen sich angesichts des sich weltweit schnell ausbreitenden Coronavirus aber jetzt diesen unabsehbaren Herausforderungen stellen.“ Der Rheinland-Pfalz-Tag wird seit 1984 jährlich in einer anderen Stadt im Bundesland gefeiert. Zum Fest im vergangenen Jahr kamen rund 90 000 Gäste nach Annweiler (Kreis Südliche Weinstraße).
Die Sorge um eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 schlug sich auch am Landtag in Mainz nieder. Gruppen von Besuchern dürften zunächst bis zum 19. April nicht mehr in den Landtag, erklärte Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD). Das sei eine Vorsorgemaßnahme, um die Erregerverbreitung einzudämmen. Außerdem seien vorerst auch alle vom Landtag geplanten Veranstaltungen abgesagt oder würden verschoben. „Ausschusssitzungen und die Plenarsitzung in der kommenden Woche können jedoch wie geplant stattfinden.“
Zudem wird die Rheinland-Pfalz Ausstellung laut dem Organisator verschoben. Die mehrtägige Veranstaltung mit rund 70 000 Besuchern habe eigentlich in Mainz ab dem 28. März stattfinden sollen. Sie werde auf einen Termin in den rheinland-pfälzischen Sommerferien verschoben.
Abseits von Mainz wirkt sich die Lungenkrankheit Covid-19 ebenfalls auf Veranstaltungen aus. Dazu gehört unter anderem die Halbfinals der Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in Trier. Der Veranstalter sagte die zweitägigen Wettkämpfe am kommenden Wochenende ab. Die Veranstaltung werde verschoben.
Die Stadt Landau sagte die Gedenkstunde für die Opfer des Bombenangriffs auf Landau im Zweiten Weltkrieg ab, die am kommenden Montag (16. März) hätte stattfinden sollen. Die Veranstaltung werde auf den 8. Mai verschoben, hieß es seitens der Stadt. Die Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg kündigten an, bis Ende April alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen in geschlossenen Räumen zu untersagen. Eine entsprechende Allgemeinverfügung werde folgen. Betroffen sei von den Absagen beispielsweise der verkaufsoffene Sonntag am 28. März in Trier.
Die Stadt Ludwigshafen hat bereits eine Allgemeinverfügung veröffentlicht und darin Großveranstaltungen mit mehr als 1000 erwarteten Besuchern untersagt. Dort gehört einem Stadtsprecher zufolge unter anderem eine Sportveranstaltung für Familien zu den abgesagten Terminen. Das Chemieunternehmen BASF kündigte an, zwei Konzerte vorsorglich ausfallen zu lassen.
Terminabsagen gibt es auch im Norden des Landes. In Koblenz fallen beispielsweise drei Konzerte des Musikinstituts aus, wie dessen Geschäftsführer Hans-Peter Kreutz am Mittwoch mitteilte. Im Konzertpublikum seien erfahrungsgemäß auch viele ältere Menschen. Sie wolle man nicht dem Risiko einer Infektion aussetzen. Der Stadt Koblenz zufolge wird wegen des neuartigen Coronavirus die zweitägige Reitsportmesse verschoben, zu der sonst rund 7000 Menschen zusammenkommen.
Das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz empfahl „alle Veranstaltungen für die Monate März und April abzusagen. Das gilt insbesondere für Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen“. Allerdings könne auch schon eine kleinere Teilnehmerzahl die Ausbreitung des Virus begünstigen. Für das Gesundheitsamt seien Veranstaltungen in Zeiten des Coronavirus eine Herausforderung. Werde bei nur einem Teilnehmer eine Infektion nachgewiesen, müssten später alle Teilnehmer kontaktiert werden. „Kommt dies bei mehreren Veranstaltungen vor, ist das nicht mehr zu leisten, da in kürzester Zeit eine riesige Anzahl an Menschen kontaktiert werden müsste.“
Landesweit waren am Mittwochnachmittag über 40 bestätigte Coronafälle bekannt. Die Landesregierung hatte am Dienstag empfohlen wegen der Ansteckungsgefahr Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) sprach sich in einem Interview mit dem SWR gegen generelle Absagen aus. „Man muss auch appellieren an die Veranstalter und an die Besucher von solchen Veranstaltungen, eine eigene Risiko-Einschätzung vorzunehmen.“ Das konkrete Risiko könne variieren. „Jeder weiß ja, dass Seniorenveranstaltungen riskanter sind, weil die Infektion bei älteren Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eben gefährlicher sein kann.“
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
Source link
from https://www.pferd.messepost-online.info/rheinland-pfalz-saarland-coronavirus-sorgt-fuer-absage-von-grossveranstaltungen/
from
https://pferdmessepost.tumblr.com/post/612390478067974144
No comments:
Post a Comment