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Die Pferdezucht in Sachsen-Anhalt steckt seit Jahren in der Krise. Derzeit aber zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab
Quelle: dpa/jbu vfd
Der Pferdenachwuchs wird rar in Sachsen-Anhalt. Seit Jahren melden die Züchter weniger Fohlen und gedeckte Stuten. Aber jetzt scheint sich die Branche langsam etwas zu erholen.
Die Pferdezucht in Sachsen-Anhalt steckt seit Jahren in der Krise, nun aber schöpfen Experten Hoffnung auf einen Aufschwung. „Die Talsohle ist durchschritten“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Pferdezuchtverbands Brandenburg-Anhalt, Wolfgang Jung.
„In den letzten sechs bis acht Jahren hatten wir ein Drittel weniger Fohlengeburten“, berichtete Ingo Nöhrenberg, Zuchtleiter des Verbands. Derzeit aber zeichne sich ein Aufwärtstrend ab. So würden wieder mehr Stuten gedeckt, auch die Zahl der registrierten Fohlen habe sich stabilisiert. Zählte der Verband im Jahr 2013 für Sachsen-Anhalt und die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 1930 Deckungen, waren es im vergangenen Jahr mit 2141 zehn Prozent mehr. Eine Erholung auf niedrigem Niveau: Im Jahr 2008 hatte der Verband noch 3137 Deckungen verzeichnet.
Dennoch komme die Pferdezuchtbranche nur mühsam wieder auf die Beine. „Insgesamt ist die Situation der Züchter deutschland- und auch europaweit alles andere als rosig“, sagte Nöhrenberg. Das bestätigte auch der Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht (FN). „In den vergangenen vier Jahren sind die Bedeckungen deutschlandweit deutlich zurückgegangen“, sagte FN-Sprecherin Uta Helkenberg. Die Entwicklung Sachsen-Anhalts liege im Bundestrend. Deutschlandweit seien erstmals seit sieben Jahren wieder mehr Stuten gedeckt worden.
„Züchterschaft mit bäuerlichem Hintergrund stirbt langsam weg“
Der jahrelange Abschwung hat nach Einschätzung des Pferdezuchtverbands Brandenburg-Anhalt vor allem wirtschaftliche Gründe: Früher hätten sich Pferdeliebhaber häufig ein eigenes Pferd gekauft. Heute begnügten sich viele mit Reitstunden auf Schulpferden. Gleichzeitig seien die Kosten für die Pferdezucht in den vergangenen Jahren gestiegen, ebenso die Ansprüche der Kundschaft. Züchter müssten heute die Ausbildung ihrer Jungpferde häufig selbst übernehmen oder die Ausbildung bezahlen, bevor sie die Tiere zum Kauf anbieten könnten. „Sind die Pferde nicht eingeritten und haben schon an Turnieren teilgenommen, sind sie nur schwer vermittelbar“, sagte Jung.
Das Problem sieht Jung aber auch bei den Züchtern selbst: „Häufig lassen Züchter die falschen Stuten decken.“ Weil die Züchter eine emotionale Bindung zu ihren Tieren hätten, würden auch minderwertige Stuten eingesetzt. Das erschwere jedoch den Fortschritt. Gleichzeitig hörten ältere Züchter auf, der Nachwuchs rücke nicht im erhofften Maße nach. „Die Züchterschaft mit bäuerlichem Hintergrund stirbt langsam weg“, sagte Jung.
Der Verband betreut im Land nach eigenen Angaben mehr als 213 Hengste und 1941 Stuten verschiedener Warmblut-, Kaltblut- und Ponyrassen. Am häufigsten vertreten ist das Deutsche Sportpferd mit 1054 Zuchttieren.
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