Friday, March 13, 2020

Bonndorf: Die Schwarzwlder Kaltblter von Familie Blatter aus Dillendorf sind in ganz Europa gefragt

Bonndorf: Die Schwarzwlder Kaltblter von Familie Blatter aus Dillendorf sind in ganz Europa gefragt:

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Familie Blattert in Dillendorf hat mit der Zucht von Schwarzwlder Kaltbltern internationalen Bekanntheitsgrad erlangt. Diese alte Pferderasse war in den 1970er Jahren vom Aussterben bedroht und steht nach wie vor auf der Roten Liste der gefhrdeten einheimischen Nutztierrassen. Mit neun Zuchtstuten, zwei eigenen Hengsten und einem Zuchthengst des Landesgestts Marbach sowie jeweils drei weiteren Jungstuten und Fohlen trgt die Landwirtsfamilie wesentlich dazu bei, dass diese Rasse der ebenso beliebten wie robusten Arbeits- und Freizeitpferde erhalten bleibt. Einer der beiden Dillendorfer Hengste ist sogar der einzig verbliebene Rappe. Mit ihm bemhen sich Blatterts um den Erhalt verschiedener Farben bei Schwarzwlder Kaltbltlern, deren Mehrzahl rotbraune Fchse sind.

Mit Leidenschaft und Engagement setzen sich Katharina und Simon Blattert für die Zucht von Schwarzwälder Kaltblütern ein. Ihre Stute „Anni“ war jüngst bei einem Wettbewerb in St. Märgen erfolgreich.
Mit Leidenschaft und Engagement setzen sich Katharina und Simon Blattert fr die Zucht von Schwarzwlder Kaltbltern ein. Ihre Stute „Anni“ war jngst bei einem Wettbewerb in St. Mrgen erfolgreich.
| Bild: Martha Weishaar

Schwarzwlder sind eine bewhrte Nutztierrasse. Werner Blattert setzt seine Pferde noch heute bei der Waldarbeit ein. „Mit dem Pferd hole ich Schwachholz schneller aus dem Bestand als mit Traktor und Seilwinde“, sagt der 66-Jhrige, nicht ohne Stolz. Schweres Gert schade dem Waldboden. Er ist berzeugt, dass vor allem falsches Forstmanagement den schlechten Zustand des Waldes herbeigefhrt hat.

Die Landwirtschaft luft nebenher

Der Landwirtschaftsmeister arbeitet mit seinen Shnen Daniel und Simon. Selbstverstndlich helfen auch die Frauen mit. Von den etwas mehr als 100 Hektar Flche, die die Familie Blattert bewirtschaften, sind 45 Hektar Acker, der Rest Grnland. Die Fruchtfolge ist mit Weizen, Winter- und Sommergerste, Hafer, Mais, Raps und Dinkel vielfltig. Beide Shne sind berufsttig, die Landwirtschaft luft fr sie nebenher. Daniel, von Beruf Landwirt, kmmert sich hauptschlich um die 45 Milchkhe. Simon, studierter Agrarwissenschaftler, betreut schwerpunktmig die Pferdezucht. Fr den Eigenbedarf halten sie auerdem ein oder zwei Schweine. Vater Werner hilft berall. Die Feldarbeit wird aufgeteilt.

Pferde gab es auf dem Blattert-Hof seit jeher. Als Anfang der 1990er Jahre jedoch die BSE-Krise auch hierzulande fr Verunsicherung sorgte, beschloss Werner Blattert, verstrkt auf Pferdezucht zu setzen. Oberhalb des Friedhofs baute er einen neuen Pferdestall. Neben den eigenen Tieren ist dort auch fr Pensionspferde Platz. Mit einer, spter zwei Zuchtstuten fing er an, es folgte die Regiehengsthaltung fr das Landesgestt. Nchstes Jahr feiert Familie Blattert 25-jhriges Bestehen ihrer Pferdezucht im neuen Stall. 300 Pferde wurden dort bislang gedeckt, 200 Fohlen kamen zur Welt. Pferdezchter aus ganz Deutschland und den Nachbarlndern finden den Weg zu dem abgelegenen Gestt.

Anfragen aus der ganzen Welt

Anfragen aus ganz Europa, ja sogar Neuseeland und Russland belegen das gestiegene Interesse am Erhalt dieser alten Pferderasse. Zumal Schwarzwlder sich auch fr den therapeutischen Bereich sehr gut eignen. „Ein Pferd hat auf den Menschen eine erzieherische Wirkung und kann die Persnlichkeitsentwicklung entscheidend prgen“, erklrt dazu Katharina Blattert. Nicht das Reiten, sondern der Umgang mit dem Pferd sei ausschlaggebend.

Auch das gehört dazu. Die Hufe der Pferde müssen sauber gemacht werden, ehe man sie vor die Kutsche spannt.
Auch das gehrt dazu. Die Hufe der Pferde mssen sauber gemacht werden, ehe man sie vor die Kutsche spannt.
| Bild: Martha Weishaar

Werner Blattert lobt die Anspruchslosigkeit seiner Pferde. „Schwarzwlder sind charakterstark, auch weniger erfahrene Reiter kommen mit ihnen klar. Viele Menschen haben doch heutzutage gar keine Zeit fr ihr Reitpferd. Ein Warmbltler muss aber jeden Tag bewegt werden.“ Erst jngst wurden die Zuchterfolge von Familie Blattert bei einer Kaltblutprfung in St. Mrgen wieder ausgezeichnet. Ihre Stute „Anni“ belegte dort den zweiten Platz.

Das Pferd ist ein guter Kamerad

„Als ich in den 1960er und 70er Jahren mit unseren Pferden beim Lenzkircher Eulogius-Ritt war, sagten andere Pferdehalter zu mir ‚Was willst Du denn hier mit Deinem Ackergaul?‘“, schmunzelt Werner Blattert heute. Fr ihn ist ein Pferd ein sehr guter Kamerad. „Der geht mit Dir durch dick und dnn.“

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An der Landwirtschaftspolitik haben Werner und Simon Blattert einiges auszusetzen. Gerade fr die berwiegend klein strukturierten Betriebe in unserer Region laufe vieles falsch. Allein schon topographisch bedingt sei die hiesige Landwirtschaft nicht wettbewerbsfhig, man knne nur in Nischen bestehen. Die Flchensubventionierung komme hauptschlich Grolandwirten mit mehreren Tausend Hektar zugute. Sinnvoller wre es, Umweltleistungen von Landwirten strker zu frdern, meint Simon Blattert. Dass Lebensmittel in Deutschland so wenig kosten, sieht Familie Blattert freilich auch sehr kritisch. „Htten wir angemessene Preise, bruchte es keine Subventionen.“ Fr Flugreisen haben die Menschen Geld, aber das Essen soll mglichst billig sein, moniert der Senior.

Landwirte mssen sich an Regeln halten

Landwirte seien heute sehr gut ausgebildet, wgen sorgfltig ab, wann sie was spritzen oder Glle ausbringen, merkt Katharina Blattert dazu an. Auch sie ist Agrarwissenschaftlerin, aus der Stdterin wurde lngst eine begeisterte Buerin. Von ihrer Arbeit im Landwirtschaftsamt kennt sie zwei Seiten der Landwirtschaft. Die der Kontrolleurin und die der Kontrollierten. Dass auch Landwirte sich an vereinbarte Regeln halten mssen, steht fr sie auer Frage. „Das Landwirtschaftsamt kontrolliert nicht, um die Landwirte zu rgern, sondern um zu prfen, ob das, was beantragt wurde, auch gemacht wird und Zahlungen gerechtfertigt sind“, erklrt sie. Keiner werde schlielich gezwungen, Frdermittel zu beantragen.

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Gleichwohl rumt auch sie ein, dass das Regelwerk und der brokratische Aufwand stetig zunehmen. Zum schlechten Ruf der Landwirtschaft haben ihrer Ansicht nach auch Landwirte selbst beigetragen. „Landwirte mssen mehr Aufklrung betreiben, ihre Hfe ffnen, damit Verbraucher sehen knnen, wo die Lebensmittel herkommen“, fordert sie. Denkbar wre sogar, dass Schulen das Thema Landwirtschaft aufgreifen. Ihren eigenen Hof ffnet die Familie Blattert auf Nachfrage gerne, sie beteiligt sich alljhrlich am Kinderferienprogramm und ist dort immer ausgebucht. Kinder stehen sowieso im Fokus der Familie. Daniel und seine Frau haben drei Kinder, Katharina und Simon erwarten im November ihr zweites. Danach wird manche Aufgabe neu verteilt werden mssen.

Wie andere Landwirte aus der Region mit der Situation umgehen

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